Musikpädagogik

Kinder brauchen Musik – Musik macht schlau

Wenn ein Kind schon früh die Möglichkeit bekommt, aktiv zu musizieren, zu singen, zu summen, sich im Kreis zu drehen, zu klatschen, Instrumente zu erforschen, hat dies neben der Freude, die das Kind bei all diesen Aktivitäten empfindet, einen sehr positiven Einfluss auf seine ganzheitliche Entwicklung. Gemeinsames Musizieren, mit und vor anderen zu singen, eine Gruppe zu dirigieren, zu führen oder geführt zu werden, fördert die soziale und emotionale Intelligenz und Kompetenz, stärkt die Persönlichkeit und das Selbstvertrauen. Die Kinder werden einfühlsamer, toleranter, erlebnisfähiger, kommunikativer und ausgeglichener. Durch die präzise Koordination der Hände und Finger beim Spiel schon mit einfachsten Instrumenten wird die Grob- und Feinmotorik gefördert. Das Hören und Erkennen von Geräuschen und Klängen, das Wahrnehmen von Schnelligkeit und Lautstärke schult und sensibilisiert das Hörvermögen. Neue Lieder, Tänze, Experimentieren mit Klängen erfordern und fördern Konzentration, Gedächtnis und Kreativität. Ein musizierendes Kind aktiviert viele Bereiche im Gehirn gleichzeitig. Singt es z.B. ein Lied und begleitet sich dabei auf der Trommel, braucht es die rechte Gehirnhälfte für die Melodie, das Gefühl und die Kreativität und die linke Gehirnhälfte für die Sprache, die Logik des Rhythmus und die Bewegung der rechten Hand beim Trommeln. So führt Musik zur Verknüpfung der beiden Gehirnhälften – und wirkt damit auf die geistigen Fähigkeiten.

Diese Verbindung ist bei Musikern nachgewiesen ausgeprägter. Bei Kindern, die vor dem siebten Lebensjahr mit dem Musizieren begonnen haben, ist sie besonders stark.

Im Jahr 1998 belegt eine sechsjährige Langzeitstudie, die von Prof. Dr. Günther Bastian an Berliner Grundschulen durchgeführt wurde, dass „Gemeinsames Musizieren“ die Schüler klüger macht!

Die Freie Musikschule Saar trägt mit ihrem Angebot für Menschen vom Babyalter, über die Vorschule bis zum Erwachsenen ihren Teil dazu bei, dass „ihre“ Schüler umfassend gefördert, mit Spaß an der Musik geistig „fit“ werden und bleiben.

(Christina Stickert 2012)



Musikpädagogik

In der Musikpädagogik beschäftigen wir uns mit dem Zusammenhang von Musik und Menschen im Lernprozess.

Perspektiven der Erziehung, der Bildung, des Lehrens, des Lernens und des Unterrichts spielen dabei eine sehr große Rolle. Ein primäres Ziel der Musikpädagogik ist die Steigerung und Förderung von Schlüsselqualifikationen, sogenannten Kompetenzen beim Schüler. Hierbei wird die Entwicklung von positiven Persönlichkeitsmerkmalen, Teamfähigkeit sowie eine Steigerung der kognitiven Leistung (Intelligenz) ermöglicht.

 


Musikalische Früherziehung

Bei der Musikalischen Früherziehung werden Kinder auf spielerische Weise in den Bereichen Singen, Sprechen, Musik, Bewegung und Instrumentenkunde an die Musik herangeführt. Sie ist ein Teilbereich der Musikpädagogik.

Im Wege der musikalischen Früherziehung ist es möglich, Kindern bereits eine erhebliche musikalische Vorbildung zu verschaffen, bevor sie mit einer formalen musikalischen Ausbildung beginnen und etwa ein Instrument erlernen.

Musikalität beruht zwar einerseits auf einer besonderen Begabung, und Fortgeschrittene kommen auch nicht ohne kognitive Erkenntnisse und Fähigkeiten aus. Andererseits beruht sie in weiten Bereichen auf Fähigkeiten und Fertigkeiten im psychomotorischen Bereich. Diese lassen sich bereits auf den frühesten Entwicklungsstufen anlegen oder fördern und sind auch für andere Lebensbereiche nützlich.

Welche Erfolge sich mit einer derartigen frühen Immersion in eine musikalisch geprägte Umgebung erzielen lassen, deuten die Extrembeispiele von Wunderkindern wie Wolfgang Amadeus Mozart an. Musik kann darüber hinaus eine therapeutische Funktion für Eltern und Kinder wahrnehmen.

Unter „Musikgarten“ erfahren Sie mehr über unser Konzept der musikalischen Früherziehung.

Musikpädagogik an der freien Musikschule Saar

Autor: 

Stellvertretender Direktor der freien Musikschule Saar.
Schulleiter Lebach und Gitarrenlehrer.